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Flüchtlinge auf der Frankfurter Buchmesse 2015

Die Frankfurter Buchmesse stellte in diesem Jahr 500 kostenlose Eintrittskarten für den Sonntag für Flüchtlinge zur Verfügung. Auf der Messe gab es einen „Welcome Place“, an dem sich die Gruppen sammeln, verschnaufen und etwas trinken konnten. Zudem fanden zwei Veranstaltungen statt zum Thema "Radsport in Eritrea" und "Willkommen im Fußball". Die Flüchtlinge konnten an Führungen über das Messegelände in verschiedenen Sprachen teilnehmen und so auch Stände von Verlagen aus den entsprechenden Regionen besuchen.

„Die Frankfurter Buchmesse ist ein kulturelles Großereignis, sie zieht Jahr für Jahr hunderttausende aufgeschlossene, tolerante und engagierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Welt an. Sie ist weit mehr als ein Handelsplatz für Inhalte – in einer weltoffenen Atmosphäre werden hier Debatten angestoßen, Ideen und Gedanken ausgetauscht. Wir laden dieses Jahr Menschen ein, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, die Buchmesse zu besuchen und mitzudiskutieren. Mit dieser gemeinsamen Aktion möchten wir einmal mehr den Dialog zwischen Kulturen initiieren und mögliche Berührungsängste auflösen“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Hier ein Bericht von einer Flüchtlingsgruppe, geschrieben von der Organisatorin und Deutschlehrerin Annemarie Berger:
"Der Besuch war richtig klasse. Unser Bus, der übrigens zu 50 % vom Busunternehmer selbst gesponsort wurde, startete um 9 Uhr in Sterbfritz, wo 14 Personen einstiegen. In Schlüchtern hatten die zwei Flüchtlings-Lotsinnen Madjida und Dehab eine Gruppe zusammengestellt. Nächste Station: Wirtheim. Mohammed hat acht Männer mitgebracht. Am Bahnhof Gelnhausen warteten zwei Integrationslehrerinnen von der VHS mit Teilnehmern aus ihren Kursen. In Schöneck-Kilianstädten stieg die letzte Gruppe zu, die Kimia und Nadjime, die vor kurzem aus Hof Reith nach Schöneck umgezogen sind, zusammengerufen hatten. Kinder und ein Baby im Kinderwagen hatten wir auch dabei.
Die Stimmung im Bus war hervorragend, das Betreten des Messegeländes am publikumsträchtigen Sonntag eine Herausforderung. Ich hatte einen weißen Schirm mitgebracht, ein Geschenk von der Bundeskanzlerin anläßlich eines Tages der Offenen Tür im Bundeskanzleramt. Unser größter Teilnehmer hielt den Schirm mit dem Emblem der Bundesregierung hoch, und wir 54 gelangten ohne Verluste in Halle 3.1, wo wir von litprom (Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika) empfangen und zum „Welcome place“ geführt wurden. Dort gab es etwas zu trinken und dann übernahm LitCam die Führung. Wir wurden zu verschiedenen Verlagen geleitet, Höhepunkt war der Reise Know-How-Verlag, der überaus großzügig jedem Flüchtling seine Sprache als Kauderwelsch-Buch zeigen konnte: Amharisch, Oromo, Persisch, Arabisch, Dari und schließlich sogar schenkte! Darüberhinaus bekamen wir große und kleine Geschenke: Bildwörterbücher, Bücher, Broschüren, Bilder, Gummibärchen, Stifte, Autogramme. Danach verteilten sich unsere Leute, um sich um 17 Uhr beim Weltempfang von litprom wiederzutreffen, sich gegenseitig zu fotografieren, Bilder zu zeigen und den langen Weg zum Busparkplatz anzutreten.
Müde, aber glücklich kamen wir über unsere 5 Stationen quer durch den Main-Kinzig-Kreis wieder in Sterbfritz an.
Meine Kursteilnehmer bringen das Kauderwelsch-Buch mit in den Unterricht und sind dank diesem Buch motiviert und machen Lernfortschritte. Das hat mich verblüfft, dieses Buch hat bei einer Teilnehmerin als Initialzündung gewirkt, ich bin hochzufrieden."

 

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