LitCam Konferenz 2013: „Literacy and Gender"

Die 8. Internationale LitCam Konferenz zum Thema „Literacy and Gender" fand vom 7. bis 8. Oktober 2013 in Frankfurt statt. In Kooperation mit der KFW Stiftung sowie mit dem UNESCO Institute for Lifelong Learning wurde die Konferenz mit einer Begrüßung durch Dr. Ulrich Schröder, Vorstand der KfW Stiftung, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, eröffnet.

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Nach einer kurzen Einführung in die Thematik durch Karin Plötz, Direktorin der LitCam, folgte die Keynote des amerikanischen Soziologen und Bestsellerautoren Michael Kimmel. In seiner beeindruckenden Rede ging er darauf ein, warum Männer sich vom Thema Gender seltener angesprochen fühlen. Kimmel sieht die Probleme der Jungen in den Industrieländern nicht als ein Problem der Geschlechter, sondern vielmehr als ein Problem der sozialen und ethnischen Herkunft.

Mangelnder Zugang zu Bildung

Das erste Panel behandelte den mangelnden Zugang zu Bildung von Mädchen und Frauen in den Entwicklungsländern. Nach einem Grußwort von Dr. Edeltraut Leibrock, Vorstand der KFW Stiftung, sprach Ulrike Hanemann, UNESCO Institute for Lifelong Learning, über „Literacy for women's empowerment: Stories of Success and Inspiration" und führte Beispiele erfolgreicher Projekte für die Bildung von Mädchen und Frauen auf.
Über die Situation des Zugangs zur Bildung von Mädchen und Frauen in Pakistan informierte Shaheen Attiq-Ur-Rahman, stellvertretende Vorsitzende der Organisation Bunyad in Pakistan. 49,5 Millionen Erwachsene sind in Pakistan Analphabeten, zwei Drittel davon sind Frauen und immer noch sind zwei Drittel der Kinder, die keine Schule besuchen, Mädchen. Daher kämpft Attiq-Ur-Rahman mit ihrer Organisation in vielen kleinen Projekten darum, den Mädchen und Frauen Grundbildung zu vermitteln. In der nachfolgenden Diskussionsrunde stellten Dr. Salah Sabri Sebeh, Direktor der Caritas in Ägypten, Adote-Bah Adotevi, Leiter des Bildungsbereichs der UNESCO in Dakar, Ulrike Hanemann vom UNESCO Institute for Lifelong Learning in Deutschland und Shaheen Attiq-Ur-Rahman fest, dass sich einige Probleme – etwa in Ägypten und Pakistan – in ihrer Art sehr ähnlich sind. Ein Programm mit ITC, wie es etwa im Senegal durchgeführt wird, sei für diese Länder schwer einzurichten.

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Schlechtes Abschneiden der Jungen

Im zweiten Panel, das mit dem Thema „Boys Underachievement" überschrieben wurde, sollte es um die Probleme vieler Jungen in den Industrieländern gehen. Zahlreiche Jungen verlieren in der Schule den Anschluss, das gilt auch für Jungen in Brasilien. Auch hier fallen Jungen gegenüber Mädchen in Schule und Studium zurück. Timothy Ireland, UNESCO Leiter der Abteilung für Erwachsenenbildung an der Universität von Paraiba in Brasilien, konnte mit neuesten Zahlen über Brasiliens Schulsystem davon berichten, wie sich die Bildungssituation der Mädchen und Frauen in den letzten Jahren verbessert hat.
In der nachfolgenden Diskussionsrunde waren sich Jean-Pierre Jeantheau, ANLCI Frankreich, Jonathan Douglas, National Literacy Trust Großbritannien, Timothy Ireland und Michael Kimmel einig, dass das soziale Umfeld eine große Rolle beim schlechten Abschneiden der Jungen in der Schule spielt.
Den Abschluss des ersten Konferenztags bildete das Panel „Literature, Literacy and Gender", in das die indische Verlegerin, Frauenrechtlerin und Autorin Urvashi Butalia mit einer Beschreibung der Situation in Indien einführte. Sie sieht ihre Pflicht darin, den Frauen eine Stimme zu geben, sie zu befähigen, sich selbst auszudrücken, sich Gehör zu verschaffen und auf ihre Geschichten aufmerksam zu machen. Es sei ein wichtiger Teil der Arbeit von Bildungsorganisationen weltweit, Menschen eine Stimme zu geben.

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Schreibwerkstatt in Ägypten

„Cairo Short Stories. Supporting young writers in Egypt" – so lautet das ins Leben gerufene Projekt der KfW Stiftung. Es sei wichtig, dass den Menschen über Literatur die Möglichkeit geboten werde, ein Teil der Gesellschaft zu werden, so Dr. Bernd Siegfried, Geschäftsführer der KfW Stiftung. Der vielfach ausgezeichnete deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider („Der falsche Inder", „Die Orangen des Präsidenten") wird die Teilnehmer in den Schreibwerkstätten anleiten und seine Erfahrungen mit ihnen teilen. „Schreiben gibt dir Identität", sagt Khider und betont damit die Bedeutung, die diese Arbeit für ihn haben wird. Für ihn sei es wichtig, den jungen Menschen in Ägypten einen neuen Weg zu zeigen.


Kristin Zeier, Deutschen Welle, moderierte das Gespräch zwischen Urvashi Butalia, Dr. Bernd Siegfried und Abbas Khider. Es wurde der Frage nachgegangen, welchen Einfluss Literatur auf die Geschlechterfrage und Bildung hat.
Den Abschluss des ersten Konferenztages bildete ein Get-together, das den Teilnehmern und Referenten die Gelegenheit bot, die bereits angeschnittenen Themen weiter zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und Ideen zu sammeln.
Schirmherr der Konferenz ist der ehemalige UN-Delegierte, Menschenrechtsaktivist, Autor und aktuelle indische Staatssekretär für Human Ressource Development, Shashi Tharoor.

©: KfW Stiftung, Foto: Jens Steingässer

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