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Fußball trifft Kultur in Frankfurt (Karmeliterschule)

Trick-Fußball-Workshop

freestyle3_250Eine Traube von Schülern hatte sich auf dem Schulhof der Karmeliterschule gebildet. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie sahen, was sich da abspielte. Da steht einer, mit einem Ball auf dem Kopf. Auf dem Kopf? Und ohne ihn dabei festzuhalten? Es waren erste Übungen, die Thomas Rist alias Tommy Freestyle zum Warmwerden vorführte, bevor er die Schüler mit der einen oder anderen kleinen Ballattacke herausforderte. Sichtlich Spaß bereitete es den Kindern, die sich einem wahren Profi gegenübersahen. Auch sie griffen immer wieder an und versuchten, Tommy den Ball abzunehmen.
Das aber war nur eine Aufwärmübung und für die Kinder auf dem Schulhof ein kleiner Eindruck von dem Können von Tommy Freestyle. Der Sportstudent ist einer der besten Fußball-Freestyler Deutschlands, hat bereits an einigen Wettkämpfen teilgenommen, für namhafte Konzerne Werbung gemacht, ist auf zahlreichen Veranstaltungen aufgetreten und hat in Halbzeitpausen großer Spiele die Zuschauer mit seinem Programm begeistert.  Am Montag, den 5. September 2011, kam Tommy nach Frankfurt an die Karmeliterschule, um den Schülern des dortigen „Fußball trifft Kultur“-Projektes einige seiner Tricks beizubringen.

Ein etwas anderes Fußballtraining 
Freestyle_Auge_250Anders als an den vergangenen Montagen seit Schuljahresanfang hatten die Schüler an diesem Nachmittag kein normales Fußballtraining mit ihrem Trainer Anton Schumacher.  Dieser war aber, zur Unterstützung und um sich noch den einen oder anderen Balltrick abzukucken, auch mit von der Partie.
Anfangs noch kaum zu bremsen, rasten die Kids mit ihren Bällen durch die Halle und freuten sich auf das, was nun folgen würde. Die Schüler der neu gegründeten „Fußball trifft Kultur“-Gruppe der Klassen 2 und 3 der Karmeliterschule kamen aus dem Staunen nicht heraus. Sollte es tatsächlich möglich sein, einen Fußball im Nacken zu balancieren, ohne den Ball dabei festzuhalten? Und sich dann auch noch mit diesem langsam in die Liegestützenposition zu bringen? Einen kleinen Auszug aus seinem Programm führte Tommy den Kindern vor und wurde mit strahlenden Gesichtern belohnt. Anschließend durften sich die neun Kids selbst an den Tricks versuchen.  Ausgestattet mit je einem Ball und den ersten Übungsanweisungen legten sie los. „Ihr müsst erste einmal ein Gespür für euren Körper und den Ball bekommen“, erklärte Tommy und zeigte, wie wichtig es bei dieser Übung ist, einen geraden Rücken zu machen und den Blick nicht Richtung Boden sinken zu lassen. „Ich hab’s geschafft“, hüpft Benita freudestrahlend auf Tommy zu. Und auch der achtjährige Yassine ist begeistert und ruft, auf die Frage wie der Nachmittag für ihn war: „Das hat voll Spaß gemacht!“ Die neun Schüler hätten gerne noch ewig weiter gemacht und am liebsten gleich alle Tricks auf einmal gelernt. Nach 45 Minuten war aber Schluss, denn die nächste „Fußball trifft Kultur“-Gruppe stand schon in den Startlöchern.

Eine Frage der Übung
Trick-Gruppenbild_G2_250„Ich begrüße euch, mein Name ist Tommy. Wir werden heute eine kleine Freestyle-Einheit machen“, sagte Tommy nachdem sich auch die zweite Gruppe im Sitzkreis um ihn herum eingefunden hatte. Nach kurzem Toben und zahlreichen Torschüssen, konnte es losgehen. Schon während des vorangegangenen Unterrichts war den Schülern zu Ohren gekommen, was sich da kurioses in der Sporthalle abspielte.
Auch die elf Teilnehmer der zweiten „Fußball trifft Kultur“-Gruppe bekamen zunächst eine kleine Kostprobe davon, was Freestyle mit einem Fußball bedeutet. Ob sitzend oder stehend, den Ball auf dem Kopf, auf dem Rücken oder den Fußsohlen: in der gesamten Runde konnte man erstaunte Gesichter und pure Begeisterung für das Gezeigte beobachten. Für die schon etwas fußballerprobteren Schüler der zweiten Gruppe war die Übung mit dem Ball im Nacken ein Leichtes, erste Talente waren dabei sogar zu beobachten. Nach nur kurzem Üben schafften sie es, ebenso wie ihr Freestyle-Trainer, den Ball im Nacken aufzufangen und ihn dort eine Weile zu halten. Auch das Kopfballtraining oder das Balancieren des Balles auf dem Auge bereiteten kaum Probleme. Es wurde fleißig trainiert, variiert und hier und da konnten sogar schon eigene Tricks gezeigt werden. Zum Freestyle benötigt man viel Körperspannung, Gleichgewicht und Ballbeherrschung, und das bedeutet ebenso wie für das Fußballtraining: üben, üben, üben. „Es hat mir viel Spaß gemacht und ich hab viel gelernt“, sagt Hemat und auch Etnik stellt abschließend fest: „Ich werde auf jeden Fall weiter üben!“ Ein rundum erfolgreicher Nachmittag. „Es ist immer wieder toll, mit Kids zu arbeiten, die sind schnell dafür zu begeistern und wollen am liebsten alles gleich nachmachen“, sagte Tommy Freestyle und freute sich über die gelungenen zwei Trainingsstunden.

Ein Bericht von Heidi Fleischer


Hintergründe zum Projekt

16930_FTK FrankfurtBereits in die vierte Runde startete am 23. August 2010 das „Fußball trifft Kultur“-Projekt in Frankfurt in der Karmeliterschule. Die Finanzierung wurde durch das Preisgeld des an unser Projekt „Fußball trifft Kultur“ überreichten Bildungspreises „Lernanstoß 2010“ ermöglicht. Im zweiten Jahr dabei sind die Kinder aus Jahrgangsstufe 6, zu der sechs neue Mitspieler hinzugekommen sind. Die erste Gruppe besteht jetzt aus 18 Kindern im Alter von 12 – 13 Jahren und die zweite Gruppe aus 12 Kindern im Alter von 9 – 10 Jahren. Zweimal wöchentlich trainiert der Jugendtrainer der Eintracht Frankfurt, Anton Schumacher, mit den Kindern und anschließend steht Förderunterricht mit der Lehrerin Nicole Lange auf dem Programm.

Der Unterrichtsstoff richtet siclitcam_projekte_fussball_f1h nach den Bedürfnissen der Kinder und hat sehr oft mit Fußball zu tun. Wie immer werden auch monatlich kulturelle Events organisiert. Einmal ging es schon in den Palmengarten und einige Kinder hatten sogar die Möglichkeit, die Frankfurter Buchmesse zu besuchen und an einer Veranstaltung teilzunehmen.
LitCam startete das erste „Fußball trifft Kultur“-Projekt 2007 in Frankfurt. Die Startfinanzierung übernahm die Aventis Foundation. Trainiert wurden die Kinder von Trainern aus der Fußballschule der Eintracht Frankfurt. Zwei Gruppen von je 12 Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 – 10 und 10 – 13 Jahren wurden aus der Karmeliterschule im Frankfurter Bahnhofsviertel für das Projekt ausgewählt.

Die Lage der Slitcam_projekte_fussball_f2chule in einem Stadtteil zwischen Bahnhof- und Rotlichtviertel und ein sehr hoher Migrantenanteil zeigten, wie wichtig die zusätzliche Förderung der Kinder ist, um ihnen durch bessere Bildung mehr Zuversicht für ihr weiteres Leben zu ermöglichen. Zu Beginn konnten die Kinder direkt zu Ostern am Trainingscamp der Fußballschule der Eintracht Frankfurt teilnehmen. Danach erhielten sie bis zu den Sommerferien 2008 je zwei Stunden Förderunterricht und Fußballtraining. Daneben wurden monatlich kulturelle Events durchgeführt, wie z. B. ein Besuch im Dialogmuseum und ein Rap Poetry Workshop. Aufgrund des Erfolges wurde das Projekt auch in den Schuljahren 2008/09, 2009/10 sowie im aktuellen Schuljahr weiter durchgeführt.

Der Frankfurter Verein Business for Sports e. V. unterstützt seit Februar 2011 unser Frankfurter "Fußball trifft Kultur"-Projekt an der Karmeliterschule. Ziel der Vereinsarbeit ist es, Selbstbewusstsein und Integration bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und den jungen Menschen Teamgeist und Fairplay, Achtung vor dem Gegner sowie die Darstellung eines friedlichen Wettkampfs zu vermitteln.

 

Hier das aktuelle Factsheet zu "Fußball trifft Kultur" an der Karmeliterschule.

 

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"Fußball trifft Kultur" an der Karmeliterschule in Frankfurt: Film ab


Am 6. Mai 2011 nahmen die "Fußball trifft Kultur"-Kids an der Soccer Road Show der US-Botschaft teil. Die ehemaligen Nationalspielerinnen Briana Scurry und Amanda Cromwell trainierten mit den Jungen und Mädchen und zeigten so manche Tricks.

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