Reading and Learning Rooms - wie alles begann
Am 29. Juli 2010 startete in Mfuleni, einer Township in Kapstadt, das LitCam Projekt „Reading and Learning Rooms“. Die Eröffnungsveranstaltung fand im Women for Peace Nobantu Centre in Mfuleni statt.
Das Organisationsteam der Cape Town Book Fair und die Litcam hatten die Idee, die Cape Town Book Fair auch in die Townships zu bringen. Die "Reading and Learning Rooms" sind darüberhinaus als langfristige Projekte angelegt. Es werden in verschiedenen Vierteln der Townships Räume eingerichtet, in denen Bücher und Lernmaterialien sowie auch neue Lerntechnologien zur Verfügung gestellt werden. Die Materialien richten sich nach der jeweiligen Zielgruppe der Umgebung.
Unterstützt von der Siemens Stiftung, privaten Spendern und dem Kooperationspartner Avallain
Seit dem Start im August 2010 hat sich im „Reading and Learning Room“ in Mfuleni viel getan. Das konnte Karin Plötz, LitCam-Direktorin, bei einem Besuch im Women for Peace Center persönlich feststellen. Besonders gerne nutzen die Kinder die grellgrünen Laptops mit dem Educational Programme unseres Kooperationspartners Avallain. Eigenständig und spielerisch arbeiten sie sich in das Programm ein. Auch die anderen Angebote wie etwa die Workshops, die Bücher und die Unterrichtseinheiten mit den Discovery Boxes kommen gut an. Zu verdanken ist das auch der immer gut gelaunten Nomathemba, stellvertretende Leiterin des Women for Peace Centers, in dem unser „Reading and Learning Room“ angelegt ist. Seit Februar 2011 haben wir dank der finanziellen Unterstützung der Siemens Stiftung einen Schullehrer fest eingestellt: Mr Mawonga Mcuba. Er unterrichtet auch in der benachbarten Schule in Mfuleni, wo in jeder Klassen 40 bis 50 Kinder sind.
 Kleine Wunder der Wissenschaft
Er ist sehr dankbar, dass für die Kinder zusätzliche Förderstunden ermöglicht werden. Mister Mcuba, der Naturwissenschaften und Mathematik unterrichtet, aber gleichzeitig auch Fußballtrainer ist, zeigt den Kindern jetzt mit den von der Siemens Stiftung gesponserten Discovery Boxes, welche kleinen Wunder die Wissenschaft bietet. Der Unterricht wird an drei Tagen wöchentlich für verschiedene Altersstufen angeboten. Neu ist auch der Einsatz der Unterrichtsmaterialien vom Primary Science Project, einer seit Langem existierenden NGO, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Unterricht von Naturwissenschaften einfach und für die Kinder gut verständlich darzustellen. Dank der großzügigen Spende useres Förderers Hans Pflug konnten wir einige der sehr gelungenen Materialien kaufen und in den RaL-Rooms einsetzten.
Mittlerweile fanden bereits drei Workshops zu den Themen Hygiene, Sicherheit und Ernährung statt, an denen jeweils über 25 Kinder teilnahmen. Die Workshops zeigen bereits erste Erfolge: So berichteten einige Eltern, dass ihre Kinder nun selbst Zähne putzen wollten oder gar erklärten, dass Gemüse sehr gesund sei. Die Eltern bedankten sich bei Nomathemba.
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Aus den "Reading and Learning Rooms":
Briefe aus Südafrika
April 2013: Was passiert in den “Reading and Learning Rooms”? Warum gehen die Kinder dort hin und lernen freiwillig nach der Schule noch weiter? Die Kinder aus Mfuleni, einem Township in Kapstadt, beantworten all diese Fragen. David, Graham, Danica, Owam und Yamkela erzählen von ihrem Alltag, ihrer Familie und von der Bedeutung, die die "Reading and Learning Rooms" für sie haben. Sie gehen gerne in den zusätzlichen Unterricht bei Lehrer Mawonga Mcuba. Er hilft ihnen dabei, besser Lesen und Schreiben zu lernen, unterstützt sie beim Rechnen und bereitet für sie immer wieder neue Themen interessant und spannend auf – ob naturwissenschaftliche Themen oder Fragen aus dem Gesundheitsbereich. Dieses zusätzliche Lernangebot unterstützt sie dabei, ihre Schulnoten zu verbessern und trägt damit dazu bei, den Kindern langfristig zu einem Leben abseits von Hunger und Armut zu verhelfen.
Lesen Sie ihre Geschichten.
Reading and Learning Rooms | Strothoff-Schüler sammeln für Mfuleni
Hilfestellung beim Lesen und Schreiben benötigt
Seit 2010 gibt es den „Reading and Learning Room“ in Mfuleni nun schon. Nicht nur die Kinder, auch zahlreiche Erwachsene nehmen das Angebot mit Begeisterung an und kommen regelmäßig in die Einrichtung.
Mfuleni/Kapstadt: Im vergangenen Jahr wurde zusammen mit Lehrer Mr. Mcuba viel mit den „kleinen Wissenschaftlern“ experimentiert: Gesundheit, Hygiene aber auch Elektrizität oder Stromerzeugung waren einige der Themen, die behandelt wurden. Für den Lehrer war dabei nicht nur zu beobachten, dass die Kinder sehr wissbegierig sind und gerne auch abseits der regulären Schule noch etwas dazulernen wollen, er konnte vor allem auch feststellen, dass viele der Kinder trotz Schulbesuchs noch enorme Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben. Um dem entgegenzuwirken und die Mädchen und Jungen in Mfuleni hier aufzufangen und ihnen eine wichtige Hilfestellung anzubieten, hat Mr. Mcuba regelmäßige gemeinsame Lesestunden eingerichtet. Zweimal in der Woche steht nun eine solche Stunde auf dem Programm, an der sich zahlreiche Kinder aus der Nachbarschaft beteiligen. Um den Kindern den Zugang zum Lesen und Schreiben zu erleichtern, werden Bücher in Xhosa und Africaans – die Sprachen, denen die Kinder in ihrem Alltag begegnen – gelesen. Die Sieben- bis Elfjährigen, an die sich die Lesestunde vorrangig richtet, zeigen sich als begeisterte Leser, aber ebenso als interessierte Zuhörer. Eine kleine Abwechslung stellt das nächste Ereignis für die Kinder dar: Der Besuch der Cape Town Bibliothek, zu dem sich bereits 54 Kinder angemeldet haben. Für den erfolgreichen Leseunterricht benötigen Lehrer Mr. Mcuba und die Kinder in Mfuleni noch geeignetes Lese- und Lernmaterial. Unterstützen Sie die LitCam dabei, den Schülerinnen und Schülern in dem Township diese wichtigen Materialien zur Verfügung zu stellen zu können.
E-Mail von Lehrer Mcuba | Video
Lebendiger Unterricht in Mfuleni
Seit einem Jahr bringt der Lehrer Mawonga Mcuba den Kindern in den Reading and Learning Rooms (RaL-Rooms) in Mfuleni Natur- und Sozialwissenschaften näher. Mittlerweile ist er schon zu einer Institution geworden.
Mawonga Mcuba möchte den Unterricht auch nicht mehr missen, ermöglicht ihm dieser doch, den einzelnen Kindern mehr Aufmerksamkeit zu widmen und ihnen so eine bessere zusätzliche Förderung zukommen zu lassen. An der öffentlichen Schule unterrichtet er meist 40 Kinder in einer Klasse, in den RaL-Rooms dagegen nur etwa 12 bis 15 Kinder einer Altersstufe – das bietet ihm als Lehrer viel mehr Möglichkeiten, auf die Schwächen der Einzelnen einzugehen. Seine Erfahrungen sind durchweg positiv. Die meisten Kinder kommen täglich direkt nach der Schule in die Reading and Learning Room, wo sie dreimal die Woche die Gelegenheit haben, an dem Ergänzungsunterricht von Lehrer Mcuba teilzunehmen. Seine Unterrichtstunden sind sehr beliebt und stellen für die Kinder etwas Besonderes dar. Anhand praktischer Bespiele, insbesondere mit Mitteln aus den Discovery Boxen der Siemens Stiftung, erklärt Mawonga Mcuba den Kindern Prozesse in der Natur und lässt sie kleine Experimente machen. „Kinder lernen schneller und besser, wenn Sie direkt die Dinge berühren und selber ausprobieren, wie etwas passiert“, berichtet Mawonga Mcuba.
Tatkräftige Unterstützung
Eine feste Ansprechpartnerin für die mehr als 150 Kinder, die immer wieder in die RaL-Rooms kommen, ist die deutsche Praktikantin Lisa. Sie unterstützt nicht nur den Lehrer Mawonga Mcuba beim Unterricht, sondern steht den Kindern auch jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Regelmäßig liest sie insbesondere den kleineren Kindern aus der Gruppe vor und hilft den Älteren bei den Hausaufgaben. Besonders viel Spaß bereitet es den Kindern, wenn Lisa Ihnen erklärt, wie die mit Lern-Software ausgestatteten 100 Dollar Laptops funktionieren. Die Laptops wurden von unserem Kooperationspartner Avallain gesponsert und sind den Kindern eine wertvolle Lernunterstützung, die sie immer wieder gerne eigenständig nutzen. Dem Team in Mfuleni ist besonders eine mangelnde Lesekompetenz der Kinder, insbesondere auch der Älteren, aufgefallen. Obwohl sie direkt von der Schule in die RaL-Rooms kommen, können viele von ihnen nicht oder nur schlecht lesen. Daher werden wir in den RaL-Rooms die Leseförderung verstärken und auch mit den Eltern, vornehmlich den Müttern, Workshops zum Lesen und Vorlesen durchführen.
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