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Der Niedergang des HSV

7. Oktober 2018: Der Hamburger SV wurde nicht umsonst "DINO" genannt. Der Verein war als Gründungsmitglied der Bundesliga durchgehend erstklassig und sechsfacher deutscher Meister. Aber meisterlich spielte der HSV schon lange nicht mehr. Die legendäre Stadionuhr stoppte am 12. Mai 2018 bei 54 Jahren, 261 Tagen, 36 Minuten und 2 Sekunden. Trotz Sieg gegen Borussia Mönchengladbach wurde am letzten Spieltag der Saison 2017/18 der Abstieg des HSV besiegelt.

Voran ging eine zehnjährige Entwicklung des schleichenden Niedergangs. Tobias Escher, Fußballexperte und Autor des Blogs "Spielverlagerung.de" und Daniel Jovanov, freier Journalist und bestens vernetzter HSV-Experte, stellen diese Entwicklung chronologisch in dem spannend geschriebenen Buch "Der Abstieg" dar. Der Untertitel "Wie Funktionäre einen Verein ruinieren" wird nach dem Lesen des Buches deutlich bestätigt.

Die Story beginnt mit dem vierfachen Nord-Derby 2009: HSV gegen Werder Bremen im DFB-Pokal- und dem UEFA-Europacup-Halbfinale. Der HSV muss sich bei beiden Finalspielen geschlagen geben. Die damaligen Vorstände Dietmar Beiersdorfer, Bernd Hoffmann und Katja Kraus treffen sich zur Aussprache. Vor allem Beiersdorfer fühlt sich unter Druck gesetzt. 2010 scheidet Dietmar Beiersdorfer zum Bedauern der Fans aus dem Vorstand aus. Eine seiner Entscheidungen wird heute noch gerne erzählt: Er lehnte Jürgen Klopp wegen fransiger Jeans und seiner flapsigen Rhetorik als Trainer für den HSV ab. Dafür schnappte sich der BVB Jürgen Klopp, die weitere Geschichte kennen wir ...

Wie ein Wirtschaftskrimi lesen sich die von den Autoren beschriebenen Intrigen und chaotischen Zustände bei den HSV-Verantwortlichen. Alleine 14 Trainer wechselten sich in knapp zehn Jahren beim HSV ab, darunter Namen wie Huub Stevens, Thorsten Fink, Bruno Labadia und Markus Gisdol. Und dazwischen mischte immer wieder HSV-Investor Klaus-Michael Kühne mit. Gute Fußballspieler spielten beim HSV unter ihrer Form.

Die Fans waren die einzige Konstante beim HSV. Selbst bei den Kämpfen um den Abstieg konnte der HSV auf seine Fans setzen. Und in den letzten Jahren spielte der HSV immer gegen den Abstieg. Nach den zwei umstrittenen Erfolgen in der Relegation 2014 und 2015 erhielt der HSV sogar den Ruf "unabsteigbar" zu sein. Dieser Ruf wurde dann in der Saison 2017/18 endgültig zerstört. Der HSV wurde der teuerste Zweitligaverein.

Das Buch endet beim Wiederaufstieg des Bernd Hoffman als Vorstandsvorsitzender des HSV.

Aktuell wiederholt sich die Geschichte auch in der zweiten Bundesliga. Nach drei torlosen Spielen wird der bisher als Erfolgstrainer des HSV angesehene Christian Tietz von den Bossen bereits angezählt, während die Fans noch voll zu ihm stehen.

Die Autoren können also an einem zweiten Teil weiterschreiben ...

Bibliografische Angaben:

Tobias Escher und Daniel Jovanov: 
"Der Abstieg. Wie Funktionäre einen Verein ruinieren"
Rowohlt Taschenbuch Verlag
272 Seiten, 12,99 Euro
ISBN: 978-3-499-63449-9

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